Geschrieben von Wolfgang_Kleff am Montag 22. August 2011
Einfach mal ein Video schauen!
Hannover 96 und Wolfsburg gehören jetzt nicht gerade zu meinen Lieblingsmannschaften in der BuLi. Daher fällt es mir auch einigermaßen schwer hier für die beiden Bresche zu springen, aber die Ungerechtigkeit die die Clubs in der erst kurzen Saison erfahren haben, schreit zum Himmel und lässt nur eine Konsequenz zu: Wir brauchen den Videobeweis in der BuLi!
Es geht nicht darum die „Ungerechtigkeit“ aus dem Sport zu verbannen, daher muss auch nicht jede Abseitsentscheidung mit einem Videobeweis verifiziert werden. Es geht einzig und alleine um „Tor“ oder „kein Tor“. Ich meine, der einzige Sinn in diesem verdammten Spiel liegt darin, dass das Runde ins Eckige muss (Ok Brasilianer mögen anderer Meinung sein). Das heißt es gibt keine Situation, die den Ausgang des Spiels so beeinflusst wie ein Ball, der die Torlinie passiert hat. Und wird dann dieser Treffer nicht gegeben, weil ein angeblicher Regelverstoß vorliegt ist das Spiel- und Wettbewerbsverzerrung (kein Vorwurf an die Schiedsrichter hier).
Dabei wäre es so einfach die Situation zu überprüfen. Das Spiel wird immer(!) unterbrochen wenn der Ball über die Torlinie zu bugsiert wurde. Man hat also Zeit. Und das Spiel müsste nicht “künstlich“ unterbrochen werden. Der vierte Offizielle schaut auf einen Monitor und gut ist. Alle Gegenargumente können nicht ernst gemeint sein. Nur am Rande: mein favorisiertes Argument ist: „Zum Fußball gehört die Diskussion am Tag danach unter Kollegen auf der Arbeit“. Es diskutiert heute nur keiner darüber, weil wir alle gestern in ca. 200 Wiederholungen gesehen haben, dass Hannover ein reguläres Tor geschossen hat, dass nicht gegeben wurde.
Also Ihr Funktionäre, kommt aus dem Quark und macht mal was Anständiges. Wir brauchen nicht den 94 Offiziellen am Spielfeldrand sondern den Videobeweis!
Foto: Flickr – Mr. Nightshade


6 Kommentare
Hallo? Das war ein klares Foul am Maik. Der komische Ya Konan hat dem ja fast die Beine und beide Arme gebrochen!
Und jetzt mal Spaß beiseite, klar war das ein Tor. Aber trotzdem bin ich gegen den Videobeweis. Wie oft kommt es vor, das wir vor dem Fernseher sitzen und die 205 Wiederholung in der 150. Kameraeinstellung sehen und uns dann immer noch noch nicht sicher sind. Und in der 206 Wiederholung und der 151 Einstellung sieht man dann, das es doch anders war.
Wie lange soll das Anschauen der Wiederholungen denn dann dauern? Und bei was soll es alles gemacht werden? Elfer, Freistoss, Abseits, Ecke, Einwurf?
Ich bin aber für den Chip im Ball, da das klar zu entscheidende Dinge sind. Signal kommt, Ball ist drin. Ferdisch!
na ja, Kleff hat ja gesagt in welchen Situationen der Videobeweis ausschlißlich zum Einsatz kommen sollte, nämlich nur, wenn der Ball im Tor ist (was ja auch durch den Chip im Ball ergänzt werden kann). Denke auch, dass der Chip im Ball über kurz oder lang kommen wird und das längst überfälllig ist. Der Videobeweis in einer sehr begrenzten Variante kann auch Sinn machen. Aber wie würde es denn dann in der Praxis genau aussehen? In jeder strittigen Abseitssituation würde dann das Spiel erstmal weiterlaufen, damit man falls ein Tor fällt im Nachgang verifizieren kann, ob es regelgerecht ist? Sehe ich problematisch, da dann der Linienrichter tatsächlich größtenteils überflüssig wird (der Chip im Ball würde ihm ja ebenfalls Arbeit wegnehmen).
außerdem kann der Videobeweis nur klare Fehlentscheidungen revidieren, wobei es auch hier natürlich einen Graubereich geben wird. Aber dann bekommt der 4. Schiri eben mehr Verantwortung. Der hat in der Regel auch mehr emotionalen Abstand zum Spiel und kann objektiver entscheiden
@Holz
Elfer, Freistoss, Abseits, Ecke, Einwurf: Alles Tatsachenentscheidungen, damit kann ich mich abfinden – Selbst wenn ein Elfer noch so klar ist. Mir geht es wirklich nur darum, wenn aus dem laufenden Spiel heraus ein Tor fällt und der Schiri zweifel hat.
@faulesechs
Ich denke der Rahmen müsste hier relativ eng gesteckt sein, der Schiri sollte aber noch Spielraum haben. Vorbild wäre die derzeitige “Vorteilsregel”. D.h. glaubt der Schiri das ein unmittelbarer(!) Torschuss erfolgt läßt er weiterlaufen, ansonsten wird Abgepfiffen. Somit würde der Videobeweis eher selten zum Einsatz kommen.
Auch Tor oder nicht Tor ist im Endeffekt eine Tatsachenentscheidung. Das nur am Rande.
Aber trotz allem sehe ich die Schwierigkeit darin, das es einfach darin, das manche Entscheidungen erst in der 22. Wiederholung klar werden.
Ja, ich sehe auch keine praktikable Variante, die allen Fällen abdeckt und eine Verbesserung bietet. Aber das (wie die Fifa) als Totschlagargument zu verwenden, um überhaupt nichts verändern zu müssen, kann ja keine Lösung sein. Daher ist der Chip ein muss für mich und ein limitierter Videobeweis.